Labyrinth/Archiv: Material/Quellen

JubilĂ€umsprogramm der Literaturzeitschrift Edit in Kooperation mit dem Berliner KĂŒnstlerprogramm des DAAD

 /  7/5 €  /  Galerie fĂŒr Zeitgenössische Kunst | Auditorium

30 Jahre Edit ist ein Anlass, sich umzudrehen und zu sichten, was die Zeitschrift archiviert hat. Es ist auch eine Gelegenheit, um nach vorn zu schauen und sich zu fragen, wie die Archive der Zukunft aussehen können. DafĂŒr muss zunĂ€chst das Archiv als Begriff hinterfragt werden. Die Edit-Redaktion in Kooperation mit dem Berliner KĂŒnstlerprogramm des DAAD hat aktuelle und ehemalige Fellows, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, fĂŒr ein JubilĂ€umsprogramm in die GfZK eingeladen. Zusammen mit Edit-Autor:innen und ehemaligen Herausgeber:innen werden wir die Frage aufwerfen, ob die Regale aus Dokumenten und Schriften ein Archiv oder ein Labyrinth bilden und ob diese Texte als Material oder als Quellen zu betrachten sind.

16 Uhr
Inventar: Podiumsdiskussion mit Jan Kuhlbrodt, Miryam Schellbach, Mari Molle, Linn Penelope Rieger und Mathias Zeiske

Die drei ehemaligen Herausgeber:innen Jan Kuhlbrodt, Miryam Schellbach und Mathias Zeiske werden sich mit Mari Molle und Linn Penelope Rieger aus der jetzigen Redaktion ĂŒber Vergangenheit und Gegenwart der Edit unterhalten. Wie war das Herausgeben der Literaturzeitschrift frĂŒher und wie sieht es heute aus? Warum sind Literaturzeitschriften noch relevant und welchen Beitrag geben sie zu den Archiven der gegenwĂ€rtigen Literatur?

17 Uhr
ArchivĂŒbersetzung: WerkstattgesprĂ€ch mit Jay Bernard, Don Mee Choi, Uljana Wolf (in englischer Sprache)

In „Surge“ vergleicht Jay Bernard den Brand von New Cross im Jahr 1981 und den Brand des Grenfell Tower. Durch die Sprache des Archivs lĂ€sst Jay Bernard die Akten sprechen, um die Parallelen beider VorfĂ€lle ins Licht treten zu lassen und die Archive als Spiegel der Gegenwart zu entlarven. In Don Mee Chois „DMZ KOLONIE“ vermischen sich die Materialien des persönlichen und staatlichen Archivs mit Fiktion und LĂŒcken, die aber eine klare historische Darstellung schildern. Die Texte beider Schriftsteller:innen schaffen eine Reorganisierung des Archivs, in der persönliche Wahrnehmung sich mit objektiven Akten vermischen und neue Narrationen erlauben. Die Lyrikerin und Über- setzerin Uljana Wolf wird die Veranstaltung moderieren.

19 Uhr
Quellenkunde: WerkstattgesprĂ€ch mit hn. lyonga, NhĂŁ ThuyĂȘn und JonĂ« Zhitia (in englischer Sprache)

Die Schriftsteller:innen hn. lyonga und NhĂŁ ThuyĂȘn suchen in ihren Texten Quellen außerhalb des Archivs. Sie hinterfragen das Archiv von außen und stellen die Community als Beweis fĂŒr ihre Aussagen. Als Neighbour in Residence im Gropius Bau erkundet hn. lyonga, wie Netzwerke entstehen und welche Strukturen sich dahinter befinden. In ihrem Buch „un\martyred“ versucht NhĂŁ ThuyĂȘn eine Historisierung von vietnamesischer underground Lyrik und dadurch eine Verbindung zu schaffen zwischen Zentrum und Peripherie. Die Autorin und Journalistin JonĂ« Zhitia wird die Veranstaltung moderieren.

20:30 Uhr
Labyrinth: Lesung/Performance mit Jay Bernard und Kinga TĂłth

Wenn der Körper als Archiv das eigene Material erzeugt, befindet sich das Aussehen des Archivs in stÀndiger VerÀnderung. Die Korridore wechseln ihre Richtungen, die Dokumente werden Material und das Archiv wird zu einem Labyrinth, in dem man sich nur fragen kann, wer das Ich im Archiv ist. Die Schriftsteller:innen Jay Bernard und Kinga Tóth decken durch eine Lesung/Performance die Geheimnisse des Archivs auf, indem sie den Körper als Archiv betrachten. Im Anschluss an die Lesung wird es im Kapital einen Ausklang mit Musik geben.

Diese Veranstaltungen werden gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig und dem Berliner KĂŒnstlerprogramm des DAAD.