Lyrikhotel Zwei
Jörg Schieke (Leipzig) und Lutz Seiler (Berlin)
Das wird ein besonderer Abend, versprochen. Die beiden Bewohner des temporären Lyrikhotels haben sich 1986 beim Poetenseminar der FDJ in Schwerin bei Hannes Würtz kennengelernt, seitdem sind sie Freunde. Sie wohnten in der Berliner Rykestraße nebeneinander, als es im Prenzlauer Berg noch nach Kohleöfen roch, entdeckten den Klausner auf Hiddensee und fuhren 1996, auf Einladung von naTo und „Edit“, gemeinsam zur ersten öffentlichen Lesung der Zeitschrift „moosbrand“ nach Leipzig – damals war man so von Vorfreude und Lampenfieber absorbiert, dass Elke Erb („Das Flachland von Leipzig ist kahl“), ebenfalls im Fond, erst am hügeligen Wald des Hermsdorfer Kreuzes der Falschfahrt gewahr wurde. Die Alte Post werden Lutz Seiler und Jörg Schieke diesmal nicht verfehlen, Hand drauf. Vielleicht geht es nach 40 Jahren einfach zurück zu den Anfängen? Kindheit, Schule, Armeezeit, erste Schreibversuche: „weil kiefern sind wie zum erinnern / dachtest du an HEIKO, deinen kolbenfüller / aus dem schmiergerätewerk: / aufstrich, abstrich, kleiner bogen / großer bogen, in tinte ertrunken“. Vielleicht kommen ja Horst Hrubesch, Spitzname Kopfballungeheuer, Juliane Werding und Kid Fritzchen dazu? Ein mögliches Ende, weit nach Mitternacht: „Wir gießen den Schnaps in die Blaulichtleuchte vom Sankra.“