Heidi Specker „DamenzimmerHerrenschnitt“ – Buchvorstellung
Heidi Specker und Ronya Othmann mit einer Hommage an Aenne Biermann
Aenne Biermann war eine der eigenwilligsten Fotografinnen des Neuen Sehens – und ist heute vor allem eine Leerstelle: Die jüdische Autodidaktin starb 1933 mit nur 34 Jahren, ein Großteil ihres Nachlasses wurde von den Nationalsozialisten geraubt oder gilt als verschollen. Über mehrere Jahre hat sich die Fotografin Heidi Specker dieser Geschichte angenähert: über öffentliche und private Sammlungen, über Recherchen zur Fluchtgeschichte der Familie Biermann, über die Erinnerungen der Nachfahr:innen, denen sie in Gera, Triest und Wien begegnete. In Gegenüberstellungen empfindet sie Biermanns Themen und Kompositionen nach, eignet sie sich an und übersetzt sie in die Gegenwart. Zur Ausstellung in der GfZK erscheint nun die gleichnamige Publikation (Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König), in der neben Speckers Bildern ein Text von Ronya Othmann steht – der Autorin, deren Schreiben immer wieder um Verfolgung, Flucht und die Lücken in Familiengeschichten kreist. Gemeinsam stellen die beiden das Buch dort vor, wo die Arbeiten zu sehen sind: Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Januar 2027.