Welcher Verlust verbrennt uns am tiefsten?
Meral Şimşek und Sandra Gugić lesen und sprechen über politisches Schweigen, Vergangenheitsbewältigung und ihre Zusammenarbeit im Rahmen des Programms Weiter Schreiben. Es moderiert Dilek Güngör.
Es gibt Sätze, die in Familien über Jahrzehnte nicht ausgesprochen werden, und es gibt solche, die ein ganzes Land zu vermeiden versucht. Meral Şimşek und Sandra Gugić schreiben gegen dieses Schweigen an – aus sehr unterschiedlichen Positionen. Şimşek, kurdische Lyrikerin und Erzählerin, wurde in der Türkei für ihre Literatur verfolgt, ihre Bücher galten den Behörden als gefährlich; seit 2022 lebt sie im Exil in Berlin. Gugić umkreist in Romanen, Gedichten und Essays die Leerstellen zwischen den Generationen und sondiert politische Ist- und Soll-Zustände, zuletzt in dem vielstimmigen Dialogprojekt „DAS DAZWISCHEN“ über die Situation in Israel/Palästina unmittelbar vor dem 7. Oktober. Zusammengefunden haben die beiden über Weiter Schreiben, das Programm für Autor:innen im Exil aus Kriegs- und Krisengebieten, das exilierte und deutschsprachige Schriftsteller:innen in Tandems zusammenbringt. Durch den Abend führt Dilek Güngör, die in ihren eigenen Romanen dem Ungesagten zwischen Eltern und Kindern nachgeht.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt und ist eine Kooperation mit Weiter Schreiben, dem Programm für Autor:innen im Exil aus Kriegs- und Krisengebieten, und der Institutsgesellschaft, dem Förderverein des Deutschen Literaturinstituts.