„Bleibt alles anders“

Das war der Literarische Herbst 2025

gelb wird wichtiger

Nadja Küchenmeister, Der große Wagen

Die Präsentation von „Kafkas Kochbuch“ durch Eva Gritzmann und Denis Scheck in der ausverkauften Kirow Kantine, der Junge Herbst im Kinder- und Jugendzentrum Halle 5 und die Live-Aufzeichnung des Talk-Formats Café lit mit Heike Geißler, Maha al Hissy und Insa Wilke im rappelvollen Deutschen Literaturinstitut Leipzig setzten den Schlusspunkt des diesjährigen Literarischen Herbsts.

Das Festival wurde von den Leipzigerinnen und Leipzigern neugierig und lustvoll angenommen. Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen waren komplett ausgebucht, darunter auch zahlreiche parallel angebotene Formate. Im siebten Jahr unserer Arbeit haben die bislang geknüpften Netzwerke phantastisch funktioniert; Kooperationen wie die mit dem Festival Politik im Freien Theater taten ein Übriges. Der Erfolg ist eine Bestätigung unseres Konzepts, ein Kultur-Event für die ganze Stadtgesellschaft zu organisieren.

Höhepunkte waren der gemeinsame Auftritt von Herbert Grönemeyer und Michael Lentz im Gewandhaus, ein Abend mit dem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Karl Schlögel, das Format Beste erste Bücher im Ost-Passage Theater oder die Literatur-Show SpeakEasy mit Rebecca Maria Salentin und der frisch gekürten Gewinnerin des Deutschen Buchpreises, Dorothee Elmiger, die wegen der großen Nachfrage von den Cammerspielen ins UT Connewitz verlegt werden musste. Insgesamt hatten die rund 30 Veranstaltungen mit 70 Mitwirkenden rund 4.000 Zuschauer.

Die Highlights der Herbst-Ausgabe 2025 lassen sich mit den „Herbst-Tapes“, dem Podcast unseres Festivals, nacherleben. Die neuen Folgen der dann sechsten Staffel werden auf Plattformen wie Spotify und Apple Podcast angeboten.

Nach dem Herbst ist vor dem Herbst: Die nächste Ausgabe des Literarischen Herbsts findet vom 12. bis 18. Oktober 2026 statt.

„Stehplatz im Schleudertraum“

Der Literarische Herbst 2025 in den Medien

Karten sichern, es wird heftig!

Ralf Julke, Leipziger Zeitung


Der Literarische Herbst beginnt, wie Konzerte enden. Große Konzerte, denn das Gewandhaus ist ausverkauft am Sonntagabend. Jubel brandet auf, als Herbert Grönemeyer und Michael Lentz die Bühne betreten. Zwei Poeten und musiker. Von denen der eine am Deutschen Literaturinstitut Leipzig lehrt, der andere einer der bekanntesten Popstars des Landes ist. Wohin das führt, wird erst im Verlauf des Abends klar.

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung


Leipzig zeigt literarisch Profil.

F.A.Z.


Auch in diesem Jahr verzahnte der Literarische Herbst, der sich längst als eigenständiges, profilstarkes Stadtfestival etabliert hat, gesellschaftliche Realitäten mit literarischen Reflexionen. Am Ende stand, unter anderem, die Erkenntnis, dass nicht immer die Frage nach der eigenen Identität, sondern vielmehr die nach der Beziehung zum Gegenüber gesellschaftliche Integration fördert.

Cornelius Wüllenkemper, Deutschlandfunk, Kultur heute


Müde wirkt Karl Schlögel am Montagabend. Und gleichzeitig entschlossen. Auf eine melancholische Weise geistesgegenwärtig. Am Sonntag wurde der Osteuropa-Historiker zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Am Tag darauf ist der Preisträger in schöner Tradition im Festsaal des Alten Rathauses in Leipzig zu Gast.

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung


Rappelvoll war der Vortragssaal der Bibliotheca Albertina am Dienstag. Im Rahmen des Festivals Literarischer Herbst sprach der Journalist Alexander Cammann mit dem Politikwissenschaftler, Historiker und Autor Götz Aly über dessen aktuelles Buch. „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 – 1945“ ist, so spekuliert Festival-Mitorganisator Nils Kahlefendt, „vielleicht das Sachbuch der Stunde“. Vielleicht. Im Kopf behalten sollte man, was Aly in den 90 Minuten immer wieder zu bedenken gibt. Dass man nämlich, bevor man gesellschaftspolitische Parallelen zwischen Gegenwart und Historie zieht, sich erst einmal die Unterschiede ansehen müsse. Denn vor allem das sei die Aufgabe des Historikers: „Nüchtern herauskriegen, was man rauskriegen kann.“

Steffen Georgi, Leipziger Volkszeitung


Der Drink des Abends heißt Elminger on Ice. Ja, mit einem n zuviel. Weil der Nachname der neuen Buchpreisträgerin Dorothee Elmiger oft falsch gesprochen oder geschrieben werde, wie sie im UT Connewitz erzählt.

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung


Dinos, Räder und Rubik-Würfel – Literaturfestival widmet ganzen Tag dem „Jungen Herbst“

Christian Neffe, Leipziger Volkszeitung

Zum Nachhören

  • Deutschlandfunk: Cornelius Wüllenkemper

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© Gert Mothes